Die meisten Hundebesitzer haben sich vielleicht erst einmal genau zu verschiedenen Hunderassen, Hundeerziehung und sonstigen Hundethemen schlau gelesen und informiert. Vielleicht schon monatelang, bevor ein Hund überhaupt ausgesucht wurde. Bei uns war das anders.
Eigentlich war ein Hund irgendwann geplant
Mein Partner stammt aus einer absoluten Hundefamilie, bei meiner Familie hingegen gab es immer Katzen. Unsere beiden Stubentiger habe ich damals adoptiert, da haben wir noch nicht einmal zusammen gewohnt.
Nun sind sieben Jahre rum und irgendwie war schon immer klar, dass irgendwann auch ein Hund einziehen wird. Natürlich hatten wir durch die Familienhunde bereits einiges an Erfahrung mit Hunden gesammelt, aber das stammte dann überwiegend aus der Zeit, in der die Hunde bereits erwachsen waren. Denn mal ehrlich: Die Welpenzeit geht so schnell vorbei, die ist einem irgendwann nicht mehr so präsent.
Wir haben immer gesagt: Irgendwann werden wir einen Hund haben, wenn wir ein eigenes Haus und einen großen Garten haben.
Nun wohnen wir seit sieben Monaten in unserem Haus.
Und dann war da plötzlich dieses Video
Ich liege noch halb verschlafen im Bett und scrolle durch Instagram, als ich eine DM von meiner Schwiegermama entdecke. Ein Video von einem Tierschutzverein aus Rumänien.
Und da war sie: unsere kleine Honey.
Mein Herz wusste wohl schneller als mein Verstand, dass das unsere kleine Maus ist. Ich habe das Video meinem Partner gezeigt mit den Worten: „Guck mal, die ist ja sooooo süß, oder?“
Zu meiner Überraschung kam kein „Es gibt jetzt keinen Hund, hör auf die süßen Hundewelpen anzuschauen!“, sondern ein einfaches: „Oh ja, die ist süß.“
Völlig perplex über diese Antwort startete ich normal in den Tag. Und irgendwie ließ mich dieses Video nicht los. Ich schaute es immer wieder an und schickte es nochmal meinem Partner.
Später haben wir nochmal darüber gesprochen und dann war klar: Wir füllen den Bewerberbogen aus.
Unsere Woche bis Honey einzog
Bewerbung, Telefonat und Vorkontrolle
Am vierten Tag ohne Antwort habe ich dann nochmal hingeschrieben, dass wir wirklich großes Interesse an Honey haben und ihr die Ausreise noch in derselben Woche ermöglichen wollen.
Keine zwei Stunden später hatten wir drei WhatsApp-Nachrichten und einen verpassten Anruf von zwei unbekannten Nummern.
Nach dem ersten etwa 30-minütigen Telefonat war klar, dass wir gute Chancen haben. Noch am selben Nachmittag haben wir eine Online-Vorkontrolle mit dem Verein bei uns zuhause gemacht.
Die endete mit den Worten:
„Nur noch.“ Haha.
Wir mussten innerhalb von ungefähr 2,5 Tagen ALLES besorgen: Futter, Geschirr, Halsband, Leine, Bettchen, Spielzeug, Leckerlis, Kotbeutel – einfach alles.
Zum Bücher und Ratgeber lesen blieben uns nur noch zwei Abende. Auf dem Weg zum Abholtreffpunkt haben wir sogar noch zwei Podcastfolgen zu Welpen und dem ersten Nachhausekommen angehört.
Endlich der Tag der Abholung
Wir waren in einer Facebook-Gruppe, über die wir über alle Stopps des Trapos, Abholzeiten, Staus und Verzögerungen informiert wurden. Unser Abholstopp war der siebte von insgesamt zehn Stopps, weshalb sich die Ankunftszeit im Laufe des Tages immer wieder änderte.
Letztlich sind wir etwas über eine Stunde zu unserem Abholstandort gefahren und haben dort gegen 21 Uhr auf die Ankunft des Trapos gewartet. Auf der Autofahrt haben wir noch Podcastfolgen zum Thema Welpen und dem ersten Ankommen zuhause gehört.
Der Treffpunkt: ein Wendekreis in einem Industriegebiet in der Nähe der Autobahn.
Die Aufregung war riesig.
Ein besonders schöner Moment entstand noch bevor der Transporter überhaupt da war. Plötzlich sprach uns eine Frau aus dem wartenden Auto vor uns an und fragte, wen wir abholen würden. Dabei stellte sich heraus, dass sie beziehungsweise ihre Eltern Honeys Bruder adoptieren – und nur etwa eine Stunde von uns entfernt wohnen.
Wir haben direkt Nummern ausgetauscht und uns schon ein paar Tage später wieder geschrieben.
Und dann rollte endlich der Trapo an.
Auf einmal wurden alle noch aufgeregter und die Vorfreude war förmlich zu spüren. Jeder Hund wurde innerhalb des Transporters durch die Fahrer des Trapos mit den mitgebrachten und abgegebenen Sicherheitsgeschirren, Halsbändern und Leinen oder ggf. einer Box gesichert. Erst dann öffnete sich die Schiebetür des Transporters und die Hunde wurden nacheinander in die Arme der Adoptanten oder Pflegestellen übergeben.
Irgendwann waren wir – fast als Letzte – dran.
Die Tür des Transporters wurde geöffnet und da war sie: eine ganz müde kleine Honey auf dem Arm des Mannes, die verwirrt umherschaute.
Er übergab sie mir. Ich nahm sie auf den Arm und das Erste, was ich sagte, war:
Mein Herz schlug so schnell, mein Lächeln war breit und ich war einfach glücklich und konnte es nicht fassen.
Ich wusste immer, dass irgendwann noch ein Hund bei uns einziehen würde. Aber dass es dann so schnell gehen würde, hatte ich definitiv nicht erwartet.

Die erste Autofahrt nach Hause
Die ersten ungefähr 40 Minuten bewegte Honey sich auf meinem Arm überhaupt nicht. Sie lag einfach nur da.
Irgendwann begann sie ganz vorsichtig, sich umzuschauen und ihre neue Umgebung wahrzunehmen.
Als wir endlich zuhause angekommen waren, durfte sie zunächst in den Garten, ein bisschen laufen, sich die Beine vertreten und natürlich erst einmal Pipi machen.
Erst duschen, dann schlafen
Anschließend sind wir mit ihr auf dem Arm direkt ins Bad und haben sie mit Welpenshampoo gewaschen. Nach über 48 Stunden im Trapo hat sie entsprechend gerochen.
Außerdem war dies eine Vorgabe unseres Tierschutzvereins: Die Hunde sollten nach der Ankunft zuerst gewaschen werden – uns wurde das auch als ein Stück weit „das alte Leben abwaschen“ beschrieben.
Da es dann schon ungefähr 23 Uhr war, wollten wir ihr an diesem Abend nicht mehr viel zumuten. Wir sind mit ihr nur noch ins Schlafzimmer, wo sie sich erst einmal ganz in Ruhe umschauen konnte.


Honeys erste Nacht bei uns
Neben meiner Bettseite hatten wir eine kuschelige Box vorbereitet, in der sie dann auch geschlafen hat.
Immer wenn sie unruhig wurde, habe ich den Reißverschluss etwas geöffnet und meinen Arm hineingehalten. Manchmal habe ich sie gestreichelt, manchmal lag meine Hand einfach nur dort und hat sie leicht berührt.
Unser Bett war von Anfang an nachts tabu, denn dort hatte bereits eine unserer Katzen ihren festen nächtlichen Schlafplatz.
In der ersten Nacht waren wir zweimal mit Honey draußen zum Pipi machen.
Und am nächsten Morgen?
Da hat sie tatsächlich bis 9 Uhr geschlafen.
Erst danach sind wir mit ihr zunächst ins Bad und anschließend ins Wohnzimmer gegangen. Wir haben sie Stück für Stück an ihr neues Zuhause und die einzelnen Räume herangeführt, statt ihr direkt das komplette Haus zu präsentieren.

Unser Fazit
Eine völlig verrückte Woche – und irgendwie genau richtig
Zwischen dem ersten Video von Honey und ihrem Einzug bei uns lag gerade einmal eine Woche.
Rückblickend war das völlig verrückt – aber irgendwie auch genau richtig.
Und noch eine Erkenntnis aus dieser ersten Nacht: Für uns war der Juli wirklich ein ziemlich angenehmer Zeitpunkt, einen Welpen aufzunehmen. Wenn man nachts mehrfach zum Pipi raus muss, ist man doch ganz froh, wenn es dabei weder eisig kalt ist noch permanent regnet.
