Welpenalltag · Piranha-Modus

Was uns im Piranha-Modus geholfen hat

Das Beißen am Anfang und während des Zahnwechsels hat mich manches Mal genervt. Geholfen hat mir vor allem ein Perspektivwechsel – und ein paar sehr konkrete Dinge im Alltag.

Honey kaut mit sichtbaren Zähnen auf ihrem orangefarbenen Zergelspielzeug

Das Beißen am Anfang bis nach dem Zahnwechsel als etwas zu betrachten, das der Hund auch nicht toll findet, hat mir sehr geholfen. Es drückt, schmerzt und das Bedürfnis, auf etwas zu kauen, ist einfach riesig. Genauso wie bei unseren menschlichen Babys.

Je länger dein Hund bei dir lebt, desto besser verstehst du Abläufe und Rhythmen. Und genau das hat bei uns einen großen Unterschied gemacht.

Der wichtigste Punkt für mich: umdenken

Betrachte das Beißen zu bestimmten Zeitpunkten als Spielaufforderung und Bindungsangebot deines Welpen. Zum Beispiel morgens: Ich stehe auf und noch vor meinem ersten Kaffee werde ich von kleinen spitzen Zähnen angegriffen.

Dann nehme ich mir fünf Minuten und greife zum Spielzeug. Denn es hilft nix, jetzt rumzumeckern und negative Konsequenzen zu ziehen. Dein Welpe hat schon die ganze Nacht nicht mit dir gespielt, jetzt stehst du endlich auf und bist da. Juhu, endlich ist mein Mensch wach!

Dein Welpe freut sich und will endlich wieder aktiv Zeit mit dir verbringen. Dass du noch keinen Kaffee hattest und eigentlich noch müde bist, interessiert ihn nicht.

Schätze das Angebot deines Welpen, eure Verbindung zu stärken, und betrachte es als Zeichen, dass dein Hund gerne Zeit mit dir verbringt.

Nach einer kurzen Spieleinlage muss es dann aber auch wieder gut sein. Entweder Honey spielt noch kurze Zeit allein weiter, liegt neben meinen Füßen, während ich an der Kaffeemaschine stehe, oder wenn das Beißen so stark ist, bekommt sie von mir auch schon mal direkt am Morgen einen Kauartikel, der sie mindestens so lange beschäftigt, dass ich mir in Ruhe meinen Kaffee zubereiten kann. Da wir eine Siebträgermaschine haben, dauert das auch gerne mal 5–7 Minuten.

Das A & O, um nicht am Piranha-Modus zu verzweifeln, ist es für mich umzudenken. In der Psychologie sagen wir dazu Reframing.

Dein Welpe will dich nicht attackieren, weil er einfach Bock hat, dir richtig auf den Sack zu gehen. Nein, dein Welpe hat vielleicht Schmerzen, ein erhöhtes Kaubedürfnis oder sucht eine Möglichkeit, mit seinem Lieblingsmenschen einen schönen Moment zu haben, zu spielen und die Bindung zu stärken.

Mit dieser Betrachtungsweise konnte ich wesentlich besser damit umgehen, regelmäßig von kleinen spitzen Zähnchen überfallen zu werden. Und dennoch ist es wichtig zu sagen, dass du trotzdem genervt sein darfst, es darf dich auch ärgern – denn nervig bleibt es allemal!

Honey in einem wilden Moment auf dem Arm
Der Piranha-Modus hat uns nicht nur zuhause begleitet.

Spiel als Alternative

Wie du mit deinem Welpen spielen kannst, welche Spielzeuge sich gerade am Anfang und für einen spielfaulen Welpen eignen und was uns geholfen hat, liest du hier:

Honey kaut mit sichtbaren Zähnen intensiv auf ihrem Zergelspielzeug
Genau diese Energie meinen wir mit „Piranha-Modus“ – lieber ins passende Spielzeug als in Hände und Füße.

Wenn dein Welpe nicht spielen will: So hat Honey Spielen lieben gelernt

Wenn Honey richtig aufdreht: Reiz umlenken

Um deinen Hund aus dem Piranha-Modus zu holen, wenn er gerade so richtig aufdreht, kann es hilfreich sein, den Reiz umzulenken. Wirf ein paar Leckerlis oder Trockenfutter durch den Raum und lass deinen Hund die Leckerchen erschnüffeln.

Alternativ kommt bei uns auch ein Schnüffelteppich super an. Das Schnüffeln bringt Honey direkt in einen anderen Modus, ist anstrengend und bringt hoffentlich schnell Ruhe rein.

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Uns ist wichtig, dass er verschiedene Leckerchen-Verstecke bietet und vor allem waschbar ist. So viel Sabber wie da dran klebt, kannst du dir nicht vorstellen.

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Unser Allrounder und Joker: der Kong

Unser Allrounder und Joker für alle Situationen ist der Kong. Den Kong gibt es in verschiedenen Größen und Härten. Vor allem gibt es eine Welpenversion, die wesentlich weicher ist.

Honey beschäftigt sich mit einem Kong auf ihrem Kissen
Kong und ruhige Beschäftigung waren für uns echte Joker in wilden Phasen.

Den Kong kannst du mit Leckerlis befüllen oder mit Frischkäse, Quark, Leberwurst – je nachdem, was dein Hund verträgt. Unsere Honey liebt Frischkäse sehr.

Wir haben mittlerweile drei Kongs in verschiedenen Größen und zusätzlich einen Snack-Ball und eine Schleckmatte, die wir regelmäßig mit Frischkäse füllen und anschließend einfrieren. So hat Honey länger was zu tun und im Sommer war es eine gute Abkühlung.

Wir geben ihr jeden Tag einen Kong oder eine Schleckmatte. Meistens, wenn ich das Haus verlasse, denn das lenkt sie gut ab. Aber auch wenn wir am Tisch sitzen und essen wollen – mit oder ohne Besuch – bekommt sie mal einen Kong auf ihrer Decke. Auch bei einem Café- oder Restaurantbesuch ist ein Kong Gold wert.

Das Bild aus unserer Hundeschule fand ich perfekt: Unsere Trainerin sagte dazu „Malbuch“. Der Kong beschäftigt den Hund ruhig in Situationen, in denen Kinder ein Malbuch bekommen, damit sie sich ruhig beschäftigen.

Beachte bitte, dass du deinen Hund mit dem Kong nicht unbeaufsichtigt lässt.

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Beides nutzen wir regelmäßig für ruhige Beschäftigung, gefüllt und teilweise eingefroren.

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Schleckmatte für Box und Auto

Am Anfang haben wir ihr auch die Schleckmatte mit in die Autobox gelegt, um das Alleinsein in der Box positiv zu verknüpfen.

Weich gekochte Karotten in einer zermatschten Form und etwas ungesüßtes Apfelmus zusammen mit etwas Frischkäse und ein paar kleinen Gurkenstückchen kann man zur Abwechslung auch mal reinmachen. Die Möglichkeiten sind vielseitig – sofern dein Hund alles verträgt und natürlich in Maßen.

Kauen während des Zahnwechsels

Andere Kauartikel sind natürlich auch hilfreich. Bei einem Welpen sollte man allerdings darauf achten, dass der Kaugegenstand nicht zu hart ist, da das gefährlich für die Milchzähne sein kann. Auch später bei den neuen Zähnen können manche häufig verkaufte Artikel zu hart für die Zähne sein.

Daher lasst euch am besten gut beraten, am besten von einem Tierarzt bzw. einer Tierärztin.

Wir haben für uns gute Erfahrungen mit einer Kälberblase gemacht. Diese gibt es in Tierfachmärkten oder auch im Internet zu bestellen, was unserer Recherche nach die günstigere Variante ist. Die Kälberblase ist ähnlich wie für uns Esspapier, nur ein wenig zäher – so wurde es uns erklärt.

Aber auch hier: Jeder Hund ist unterschiedlich, hat verschiedene Vorlieben und Verträglichkeiten.

Später half uns auch ein gut trainiertes Unterlassungswort

Später hat uns auch ein gut trainiertes Unterlassungswort geholfen. Ein deutliches „Nein“, das wir in vielen Hundeschulstunden und auch zuhause häufig und gut geübt haben, konnte irgendwann auch in Beißsituationen helfen.

Im besten Fall lässt das Beißen von ganz allein mit der Zeit und mit voranschreitendem Zahnwechsel ab. Bei uns sind nun fast alle Milchzähne draußen und das Beißen wird so langsam weniger – und Kuscheln nimmt nun zu.

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