Erstausstattung · Unsere Erfahrungen

Welpen-Starterpack: Was wir wirklich gebraucht haben – und was wir heute anders kaufen würden

Als feststand, dass Honey bei uns einzieht, hatten wir ungefähr zweieinhalb Tage Zeit, um alles zu besorgen. Rückblickend war manches genau richtig, manches völlig unnötig – und bei einigen Dingen würde ich heute ganz bewusst erstmal günstiger kaufen.

Honeys erste Erstausstattung mit Körbchen, Sicherheitsgeschirr, Leine und Spielzeug

Andere haben vielleicht Wochen oder Monate Zeit, sich auf einen Welpen vorzubereiten. Bei uns hieß es nach der Vorkontrolle eher: Okay, Honey kommt. Was braucht ein Hund eigentlich alles?

Innerhalb von zweieinhalb Tagen wurde organisiert, bestellt und eingekauft. Die Liste wurde gefühlt mit jeder Stunde länger. Heute – einige Monate später – weiß ich: Einiges davon würden wir wieder genauso kaufen, manches würden wir uns sparen und bei erstaunlich vielen Dingen würde ich für die Welpenzeit erstmal bewusst günstig oder gebraucht kaufen.

Wie es überhaupt zu diesen zweieinhalb Tagen kam: Zwischen dem ersten Video von Honey und ihrem Einzug bei uns lag gerade einmal eine Woche. Die ganze Geschichte findest du in „Wie Honey zu uns kam – Adoption aus dem rumänischen Tierschutz“.

Unsere erste Einkaufsliste

Auf unserer ursprünglichen Liste standen:

  • Sicherheitsgeschirr
  • Halsband
  • Leine
  • Schleppleine
  • Näpfe
  • Kotbeutel
  • Spielzeug
  • Körbchen
  • Decke für unterwegs
  • Futter
  • Leckerlis
  • Kong
  • Leckerlitasche
  • Napfunterlage
  • Welpenshampoo
  • Wickelunterlagen für die Abholung
  • Klicker
  • Napf für unterwegs
  • Zergel
  • Box
  • Kaminschutzgitter
  • Treppengitter

Die Wickelunterlagen haben wir zum Beispiel überhaupt nicht gebraucht. Andere Dinge wurden dagegen schon am ersten Abend wichtiger, als ich vorher gedacht hätte.

Was wir vom ersten Tag an wirklich gebraucht haben

Ganz oben standen natürlich Sicherheitsgeschirr, Halsband und Leine. Dazu kamen Näpfe, Körbchen, Futter, Leckerlis, Welpenshampoo, Box, Kong sowie unsere Gitterlösungen.

Und dann gab es noch etwas, das wahrscheinlich auf den wenigsten klassischen Welpen-Erstausstattungslisten steht:

Malervlies.

Wir haben im Wohnzimmer Echtholzparkett und wollten den Boden unbedingt vor Pipiunfällen schützen. Zum Glück hatten wir vom Hausumbau noch eine Menge Malervlies übrig und haben damit am Anfang fast den gesamten Parkettboden ausgelegt.

Für uns war das richtig praktisch: Das Vlies ist etwas saugfähig und hat gleichzeitig auf der Unterseite eine Folie, sodass der Boden darunter geschützt bleibt.

Mit der Zeit haben wir immer mehr Streifen entfernt – insbesondere dort, wo Honey sowieso nie hingemacht hat. Irgendwann ergaben sich zwei oder drei typische Stellen beziehungsweise Ecken, an denen doch häufiger ein Unfall passierte. Dort blieb das Vlies länger liegen.

Die betroffenen Stücke haben wir zwischendurch ausgetauscht, damit sich Geruch und Stelle nicht noch zusätzlich als „Toilette“ etablieren.

Honey auf dem Malervlies mit Spielzeug
Unser Parkett war am Anfang fast vollständig mit Malervlies geschützt.

Wo wir am Anfang bewusst günstig kaufen würden

Körbchen und Kissen dürfen Welpenalltag aushalten

Einer meiner wichtigsten Punkte heute wäre: Kauft nicht direkt das teuerste Hundebett.

Natürlich soll ein Welpe gemütlich schlafen können. Aber ein Welpe wächst, kaut, macht vielleicht mal Pipi auf sein Kissen und bekommt dort Dinge zum Knabbern, die Flecken hinterlassen können.

Wir hatten beispielsweise ein günstigeres Kissen, das sich auf zwei Arten verwenden lässt. Den Rand kann man hochklappen und mit Klett verbinden, sodass ein kleines Kuschelkörbchen entsteht. Oder man lässt es einfach flach als Kissen liegen.

Für Honey war der Rand am Anfang sogar noch zu hoch und sie kam nicht vernünftig hinein und wieder heraus. Also lag das Kissen zunächst einfach flach.

Und das war gut so. Auf dieses Kissen wurde gepinkelt, geknabbert und allerlei Zeug geschleppt. Heute hat es ein Loch, Flecken und definitiv schon bessere Tage gesehen.

Beim günstigen Welpenkissen lässt sich das deutlich entspannter sehen als bei dem wunderschönen, teuren Körbchen, das gerade erst geliefert wurde.

Das richtig schöne, kuschelige und vielleicht auch teurere Bett kann später kommen – wenn der Hund etwas größer und stubenreiner ist und man überhaupt weiß, welche Art Schlafplatz er gerne mag.

Honey in ihrem ersten günstigen Kissen und Körbchen
Das erste Kissen durfte bei uns dreckig werden, Pipi abbekommen und irgendwann auch ein Loch haben.

Geschirr, Halsband und Leinen werden überraschend schnell ersetzt

Honey ist mit 6,5 Monaten bereits bei ihrem dritten Geschirr, dem zweiten Halsband und der zweiten normalen Leine angekommen.

Nicht weil wir ständig shoppen wollten. Sie ist schlicht gewachsen – und gerade Leinen beziehungsweise Hausleinen werden in der Welpenzeit auch gerne mal angeknabbert.

Deshalb würde ich am Anfang auf sicher, passend und vernünftig verarbeitet achten, aber nicht zwingend direkt das teuerste Modell kaufen. Gerade Dinge, aus denen der Welpe schnell herauswächst, kann man meiner Meinung nach auch gut gebraucht kaufen.

Auch beim Spielzeug erstmal herausfinden, was der eigene Hund überhaupt mag

Wir würden am Anfang nicht direkt zehn teure Spielzeuge kaufen. Lieber drei oder vier unterschiedliche Dinge aus verschiedenen Kategorien und Materialien: beispielsweise ein Kuschel- beziehungsweise Quietschespielzeug, einen Zergel und etwas zum Kauen oder zur ruhigen Beschäftigung.

Die Milchzähne sind spitz, Spielzeuge werden dreckig, bekommen Löcher – und bei uns war Spielen am Anfang sowieso noch gar nicht besonders spannend.

Natürlich sollte die Qualität trotzdem vernünftig sein. Aber das teuerste Spielzeugregal muss am ersten Tag nicht leergekauft werden.

Honey war anfangs eher spielfaul: Welche Spielzeuge bei ihr trotzdem funktioniert haben und warum unser „Hasi“ uns nebenbei die Finger gerettet hat, liest du in „Wenn dein Welpe nicht spielen will“.

Unser Schleppleinen-Fehler

Ich wollte vorbereitet sein und dachte: Wenn schon Schleppleine, dann richtig.

Also habe ich direkt eine zehn Meter lange Biothane-Schleppleine gekauft. Wasserfest, gut zu reinigen und perfekt für Strand und schlechtes Wetter.

Theoretisch super.

Praktisch gab es nur ein Problem:

Honey war winzig.

Zehn Meter Biothane plus ein ziemlich großer Karabiner waren für sie einfach zu schwer. Sie kam damit kaum vernünftig vorwärts.

Beim nächsten Mal würde ich deshalb für den Anfang zuerst eine dünne und leichte Schleppleine aus Stoff oder Seil wählen – vielleicht drei oder fünf Meter lang und mit einem möglichst kleinen Karabiner.

Die erste leichte Schleppleine wurde bei uns ohnehin irgendwann durchgekaut. Später war Honey dann groß genug für die zehn Meter Biothane-Leine.

Und spätestens mit sechs Monaten am dänischen Strand hat sich diese Investition dann wirklich gelohnt.

Unser Fazit: Am Anfang lieber kürzer, dünner und leichter. Später darf es gerne die robuste zehn Meter Biothane-Leine sein.

Ein echter Flop bei uns: der Hundesitz für die Rückbank

Weil wir Honey gerne im Blick haben wollten, haben wir zunächst einen Hundesitz für die Rückbank ausprobiert.

Zum Glück haben wir den über Kleinanzeigen für ungefähr zehn Euro gebraucht gekauft.

Honey lag nämlich überall – nur nicht vernünftig in diesem Sitz. Teilweise hing sie am Anschnallgurt halb Richtung Fußraum.

Für uns und Honey hat diese Lösung überhaupt nicht funktioniert. Und weil wir nur zehn Euro bezahlt hatten, tat die Erkenntnis immerhin nicht besonders weh.

Vor unserem ersten Urlaub in Dänemark haben wir dann eine Alubox für den Kofferraum gekauft. Für uns war das die deutlich bessere Lösung. Honey fährt darin sicher mit und auch bei längeren Fahrten funktioniert es für uns wesentlich entspannter.

Inzwischen gibt es den ausführlichen Beitrag: Von Honeys ersten Fahrten auf dem Schoß über Rückbanksitz und Stoffbox bis zu unserer Alubox erzählen wir in „Autofahren mit Welpe: Vom Schoß bis zur Alubox“.

Sicherheitsgeschirr: wichtig – bei uns aber nur kurz passend

Das Sicherheitsgeschirr war für uns kein unnötiger Kauf im eigentlichen Sinne. Unser Tierschutzverein verlangte es für die Abholung und die ersten Tage beziehungsweise Wochen.

Bei Honey zeigte sich allerdings relativ schnell, dass sie keine ausgeprägten Fluchttendenzen zeigte und eher neugierig und mutig durch die Welt ging.

Zusätzlich wurde der dritte Sicherheitsgurt hinten schnell zu eng, obwohl er bereits auf der weitesten Einstellung war. Deshalb sind wir vergleichsweise früh auf ein normales Geschirr umgestiegen.

Beim nächsten Tierschutzhund würde das Sicherheitsgeschirr trotzdem wieder bereitliegen. Nur würde ich nicht erwarten, dass es automatisch monatelang passt.

Wo wir direkt auf Qualität achten würden

Futter: bei uns langsam statt von heute auf morgen

Bei Honey war die Futtersituation etwas anders, weil sie direkt aus dem rumänischen Tierschutz zu uns kam. Wir wussten nicht genau, welches Futter sie vorher dauerhaft bekommen hatte.

Deshalb sind wir zunächst mit einem für uns akzeptablen Futter gestartet. Nachdem Honey sich daran gewöhnt hatte und auch ihr Kot stabil gut aussah, haben wir langsam angefangen, auf ein qualitativ hochwertigeres Futter umzustellen.

Zuerst kam nur ein kleiner Anteil des neuen Futters dazu. Über ungefähr drei Wochen haben wir den Anteil Schritt für Schritt erhöht.

Für Honey hat dieser Weg gut funktioniert und sie hat die Umstellung problemlos vertragen.

Bei einem Welpen vom Züchter oder von einer Pflegestelle kennt man das bisherige Futter häufig bereits und bekommt eventuell sogar eine Portion für den Anfang mit. Bei uns war das nicht so – deshalb war dieser Weg für uns passend.

Und plötzlich braucht man viiiiele Leckerlis

Auch bei Leckerlis haben wir gerade am Anfang gerne zu Welpenvarianten gegriffen. Uns waren vor allem kleine und eher weiche Stücke wichtig.

Und dann haben wir ziemlich schnell festgestellt, wie viele Leckerlis ein Welpe im Alltag eigentlich „verbraucht“.

Für die ersten kleinen Tricks, Blickkontakt, neue Situationen und die positive Verknüpfung von Decke, Körbchen, Box – oder auch einfach uns Menschen – brauchten wir viiiiiele Leckerlis.

Unsere Vorräte waren deutlich schneller leer, als ich erwartet hatte.

Was wir nachkaufen mussten, obwohl wir dachten, vorbereitet zu sein

Eine Decke für unterwegs

Etwa drei Wochen nach Honeys Einzug haben wir langsam angefangen, sie auch einmal mit ins Café oder Restaurant zu nehmen.

Dafür fanden wir eine eigene Decke super. Die Decke bedeutet inzwischen sinngemäß: Hier ist dein Platz.

Zusammen mit einem Kong kann sie sich dort ruhig beschäftigen.

Mehr Kongs, Snackball und Schleckmatte

Bei uns blieb es nicht bei einem Kong. Wir haben mittlerweile mehrere Größen, zusätzlich einen Snackball und eine Schleckmatte.

Der große Vorteil: Wir können mehrere gleichzeitig vorbereiten, befüllen und teilweise einfrieren. Dann liegt immer etwas bereit.

Unsere konkreten Beschäftigungsprodukte: Kong, Schleckmatte, Schnüffelteppich und Co. findest du mit unseren persönlichen Erfahrungen auf der Seite Ausstattung & Beschäftigung.

Was sich unerwartet als besonders praktisch erwiesen hat

Unser Kaminschutzgitter ist dafür wahrscheinlich das beste Beispiel.

Gekauft wurde es ursprünglich, um die offene Treppe abzusichern.

Dann wurde es kurzfristig zum Laufstall.

Heute erfüllt es wieder einen anderen Zweck und grenzt Honeys Schlafbereich ab. Wie genau daraus unsere heutige „Heia“ geworden ist, erzählen wir im Artikel „Schlafen mit Welpe“.

Eigentlich hat dieses Gitter fast alles gemacht – nur nie dauerhaft das, wofür wir es ursprünglich gekauft haben.

Und trotzdem würden wir es jederzeit wieder kaufen.

Ähnlich praktisch war später das Türschutzgitter zwischen Flur und Wohnzimmer – gerade im Zusammenleben mit unseren Katzen.

Honey, Nala & Filou: Wie wir Hausleine, Gitter und Rückzugsorte im Alltag genutzt haben, liest du in „Welpe trifft Katzen: Unsere ersten Monate mit Honey, Nala & Filou“.

Was ich heute schon vor der Abholung vorbereiten würde

Wenn ich den Tag von Honeys Abholung noch einmal planen müsste, würde ich nicht nur Dinge kaufen. Ich würde vor allem das Zuhause vorbereiten.

1. Waschplatz fertig machen

Bei uns würde schon alles bereitliegen: Welpenshampoo, Hundehandtuch, eventuell ein paar Leckerlis oder eine Leberwursttube zur Ablenkung und ein Messbecher.

Den Messbecher fand ich praktisch, weil man damit vorsichtig Wasser über den Hund geben kann, ohne direkt die Handbrause anschalten zu müssen. Wenn keine Badewanne vorhanden ist, kann für einen sehr kleinen Welpen auch ein großer Wäschekorb als provisorischer Waschplatz praktisch sein.

2. Boden schützen

Malervlies würde ich wieder auslegen – zumindest auf empfindlichen Böden und dort, wo sich der Welpe am Anfang hauptsächlich aufhält.

3. Kuschel- und Ruheplätze fertig vorbereiten

Körbchen, Box und Decken würde ich bereits dort hinlegen, wo sie später möglichst bleiben sollen. Nicht perfekt dekoriert. Einfach gemütlich und leicht erreichbar.

4. Alles für schnelle Pipirunden an die Tür legen

Leine, gegebenenfalls ein Pfotenhandtuch, Klamotten zum schnellen Überziehen und eine Taschenlampe.

Denn wenn ein Welpe nachts plötzlich unruhig wird, möchte man nicht erst fünf Minuten durch das Haus laufen und seine Sachen zusammensuchen.

Die noch sehr kleine Honey wird während eines Spaziergangs in einer Tragetasche getragen
Wie klein Honey am Anfang war – und wie schnell Welpen aus vielen Dingen herauswachsen.

Unser Starterpack-Fazit

Du musst beim Einzug nicht schon alles perfekt haben

Wenn ich heute noch einmal einen Welpen aufnehmen würde, würde ich deutlich weniger nach dem Motto kaufen: „Wir brauchen sofort alles.“

Stattdessen würde ich mir bei jedem Produkt drei Fragen stellen:

  • Brauchen wir das wirklich sofort?
  • Wächst der Welpe schnell daraus heraus oder könnte er es kaputt machen?
  • Ist das etwas, bei dem mir Qualität schon jetzt besonders wichtig ist?

Bei Körbchen, Halsbändern, Geschirren, Spielzeug und manchen Transportlösungen darf es am Anfang ruhig praktisch, günstig oder sogar gebraucht sein.

Bei Sicherheit, Futter und allem, was direkt die Gesundheit betrifft, würde ich dagegen genauer hinschauen.

Und vor allem würde ich mir heute selbst viel weniger Druck machen.

Denk daran: Dein Hund ist noch jung und kennt vermutlich deutlich weniger von der Welt, als du denkst. Wenn er vom Züchter kommt, kennt er vielleicht bereits ein warmes kuscheliges Körbchen, Näpfe, Alltagsgeräusche und ein Zuhause. Wenn er aus dem Tierschutz kommt, vielleicht nicht einmal das – vielleicht kennt er keinen normalen runden Napf, keine Decke und keinen festen Schlafplatz.

Deine Erwartungen daran, beim Einzug sofort alles Wichtige perfekt vorbereitet zu haben, sind deshalb vermutlich deutlich höher als die deines Hundes.

Was dein Hund in diesem Moment vor allem braucht, ist Futter, frisches Wasser, Geduld, Sicherheit, Nähe – wenn er diese möchte – und einen gemütlichen Platz, an dem er erstmal ankommen darf.

Mach dir nicht zu viel Druck, direkt alles perfekt machen zu müssen.

Vieles ist abhängig vom Hund und ergibt sich erst mit der Zeit.

Und ganz ehrlich:

Nachkaufen wirst du sowieso.
Affiliate-Transparenz: Wenn wir in diesem Artikel später konkrete Produkte verlinken, können einzelne Links Affiliate-Links sein. Für dich bleibt der Preis gleich. Wir verlinken nur Dinge, die zu den beschriebenen Erfahrungen tatsächlich passen.

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