Als Honey bei uns einzog, lebten unsere beiden Katzen Nala und Filou natürlich schon längst hier. Ich hatte mir vorher viele Gedanken darüber gemacht, wie die drei wohl miteinander klarkommen würden. Rückblickend kann ich sagen: Vieles lief deutlich entspannter als erwartet – und anderes wurde erst später spannend.
Unser Katzenalltag vor Honey
Unsere beiden Katzen Nala und Filou leben als reine Hauskatzen nur innerhalb des Hauses. Eigentlich war geplant, dass sie in unserem neuen Haus auch raus sollten. Allerdings konnten wir uns bisher noch nicht überwinden.
Am Anfang war ein Grund, dass Katzen erst einmal in ihrer neuen Umgebung ankommen und sich wohlfühlen sollten, bevor sie die neue Nachbarschaft auf eigene Faust erkunden. Zusätzlich war auch noch Winter.
Dann ging es Ende Februar weiter mit den nächsten Ausreden: Wir haben den gesamten Garten umgepflügt, alles plattgemacht und neu gestaltet. Danach kam die neue Terrasse, bei der erst einmal lange Zeit nur Sand und Erde vor den Terrassentüren lagen.
Und kaum war die Terrasse gerade fertig, kam Honey.
Unsere Katzen haben sich vor Honeys Einzug viel in unserer Nähe aufgehalten – insbesondere Nala. Nala ist eigentlich immer dort, wo einer von uns ist, und schläft nachts bei uns im Bett. Für uns war von Anfang an wichtig, dass das auch ihr Platz bleibt, wenn Honey bei uns lebt.
Filou ist dagegen schon immer gern mal für sich und verkriecht sich in irgendwelchen Ecken oder Kartons. Da wir ein Obergeschoss haben, das bisher noch nicht fertig ausgebaut ist, bieten sich dort viele spannende Verstecke für Filou – und heute gleichzeitig gute Rückzugsmöglichkeiten. Denn das Obergeschoss ist für Honey tabu.
Der erste Kontakt verlief ganz anders als gedacht
Als die Katzen das erste Mal auf Honey trafen, hatte ich mit vielem gerechnet. Aber damit, dass es dann so verläuft, ehrlich gesagt nicht.
Ich hatte erwartet, dass sich beide Katzen nach oben verziehen und erst einmal abwarten, wann dieses vierbeinige Ding wieder verschwindet.
Dem war nicht so.
Sie waren überraschend viel bei uns und haben alles skeptisch beobachtet. Und auch Honey hat es am Anfang richtig klasse gemacht. Für sie waren die Katzen zunächst gar kein großes Thema.
Insbesondere wenn Honey schlief, haben sich die Katzen manchmal angeschlichen, sie aus der Nähe betrachtet und vorsichtig beschnüffelt.

So haben wir die ersten Tage organisiert
Am ersten Abend haben wir die Katzen zunächst aus Badezimmer und Schlafzimmer ausgeschlossen, bis Honey in ihrer Transportbox beziehungsweise in der großen Box war, in der sie geschlafen hat.
Dann haben wir die Tür geöffnet – und Nala kam ganz normal zu uns ins Bett.
Das hat mich wirklich überrascht. Normalerweise schläft sie nicht einmal im Bett, wenn einer von uns nicht zuhause ist, weil die Situation dann schon nicht mehr so ist wie gewohnt.
Dass sie ausgerechnet in Honeys erster Nacht ihren ganz normalen Schlafplatz eingenommen hat, fand ich deshalb ziemlich bemerkenswert.
Am nächsten Tag haben wir gemeinsam mit Honey Schritt für Schritt Flur, Wohnzimmer und die offene Küche erkundet, wo sich auch die Katzen aufgehalten haben. Dabei waren wir sehr wachsam und haben alle drei genau beobachtet.
Honey hatte zusätzlich eine kleine Hausleine an ihrem Sicherheitsgeschirr. Die ersten 48 Stunden hatte sie das Sicherheitsgeschirr ohnehin durchgehend an. Auch weil es nachts einfacher war, sie schnell zu sichern und mit ihr rauszugehen.
Dann haben wir relativ schnell gemerkt, dass Honey sich gar nicht so sehr für die Katzen interessiert und die Katzen Honey erst einmal vor allem aus der Entfernung beobachten.
Auch die folgenden Situationen waren deutlich weniger dramatisch, als wir gedacht hatten.
Die Hausleine hat vor allem uns Sicherheit gegeben
Gerade am Anfang konnten wir weder Honeys Reaktionen noch die unserer Katzen wirklich einschätzen. Deshalb hat uns die Hausleine sehr geholfen.
Wir mussten Honey damit eigentlich gar nicht besonders oft zurückhalten. Trotzdem hat sie uns ein viel besseres Gefühl gegeben. Falls sie plötzlich losgerannt wäre, um einer Katze hinterherzujagen, hätten wir nicht direkt nach dem Hund greifen müssen, sondern hätten eine Verlängerung gehabt, nach der wir greifen konnten.
Wir haben dafür übrigens einfach eine ehemalige Katzenleine benutzt. Die war sehr dünn und leicht und hat Honey dadurch kaum gestört.
Mit der Zeit sind wir deutlich entspannter geworden. Wir erkennen Signale, Körperhaltungen und Stimmungen heute wesentlich früher und können in den meisten Situationen rechtzeitig eingreifen. Mittlerweile trägt Honey die Hausleine gar nicht mehr.
Vom Kaminschutzgitter zum Laufstall – und warum das bei uns nur halb geklappt hat
Im Vorfeld hatten wir ein Kaminschutzgitter mit einer Tür um unsere offene Treppe gestellt. Die Idee war eigentlich, dass die Katzen sich jederzeit nach oben zurückziehen können, wenn sie das wollen.
Sie können über den Kratzbaum durch die offene Treppe nach oben. Allerdings haben sie nicht so ganz verstanden, wie sie dann auch wieder zurück über den Kratzbaum in den Flur kommen sollen.
Also haben wir das Kaminschutzgitter relativ schnell umfunktioniert und in eine Ecke im Wohnzimmer gestellt – als eine Art Laufstall für Honey.
Dort hat sie in den ersten Wochen immer ihr Futter bekommen. Wir wollten den Platz positiv verknüpfen. Sie hat dort auch gerne mal geschlafen. Die ersten Tage habe ich sehr viel vor dem Gitter gesessen, während Honey darin gelegen hat.
Allerdings hat das Thema Laufstall bei uns nicht so funktioniert, wie wir es uns vorgestellt hatten.
Wir konnten Honey dort nicht einfach einsperren, wenn wir gekocht haben oder sie für ein paar Minuten nicht die ganze Zeit im Auge behalten konnten. Sie kam dann relativ schnell ins Bellen und hat sich immer weiter hochgeschaukelt.
Deshalb war die Tür irgendwann eigentlich dauerhaft offen. Honey bekam dort weiterhin ihr Futter, ihren Kong oder ihre Schleckmatte – also all die tollen Sachen. Trotzdem wurde der Laufstall nie zu dem entspannten Ort, an dem wir sie mal für 20 Minuten unterbringen konnten, obwohl wir uns im selben Raum und sogar in Sichtweite befanden.
Irgendwann haben wir angefangen, das Gitter abzubauen.
Die Ecke ist aber bis heute ihre Futterecke geblieben. Sobald man einen Kong oder ihren Futternapf in die Hand nimmt, läuft Honey schon dorthin und wartet ganz lieb auf ihr Futter.
Ein Türschutzgitter hat sich dagegen richtig bewährt
Zwischen Wohnzimmer und Flur haben wir keinen richtigen Türrahmen mit Tür, sondern nur einen offenen Durchgang. Dort haben wir ein Tür- beziehungsweise Treppenschutzgitter eingebaut.
Vor allem wenn Honey ihre aufgedrehte Phase hat, viel herumrennt oder die Katzen gerne mal jagt, schließen wir das Gitter. So kann sie nicht die komplette Strecke hinter den Katzen her rennen und die Katzen können sich in den Flurbereich zurückziehen, während Honey bei uns im Wohnzimmer bleibt.
Das gleiche Gitter nutzen wir übrigens auch, wenn Besuch durch die Haustür kommt. Dann üben wir mit Honey, auf ihrer Decke zu bleiben, und machen das Gitter vorsichtshalber zu, damit sie im Trubel nicht doch einmal durch die Haustür entwischen kann.
Auf Dauer soll das natürlich nicht hier stehen bleiben. Bisher ist es für uns aber ein wirklich hilfreiches Hilfsmittel.

Mit der Zeit wurde Honey mutiger – und die Katzen spannender
Die ersten Tage bestand von Honey wirklich wenig Interesse an den Katzen. Dann wurde sie mit der Zeit mutiger und fand plötzlich, dass Nala und Filou doch ziemlich tolle Spielpartner sein könnten.
Vor allem wenn Honey überdreht, übermüdet oder einfach gelangweilt ist, wird sie gerne aufdringlich.
Früher haben sich die Katzen zum Beispiel gerne auf die Sofalehne gerettet, weil Honey da noch nicht allein hochkam. Mittlerweile kommt sie aber ziemlich problemlos aufs Sofa rauf und runter. Die Sofalehne ist dadurch nicht mehr der sichere Rückzugsort, der sie einmal war.
Honey rennt dann gerne aufs Sofa und stellt sich mit den Vorderpfoten auf die Lehne. Manchmal gibt es leichte Hauereien, die wir beobachten und bei Bedarf unterbrechen.
Dabei haben wir durchaus auch Honey im Blick: Katzenpfoten befinden sich bei einem Hund eben ziemlich genau auf Augenhöhe. Unsere Katzen hauen zwar meistens ohne Krallen – wenn mal eine menschliche Hand dazwischen war, konnten wir das ganz gut feststellen – trotzdem möchten wir natürlich nicht ausprobieren, ob das immer so bleibt.
Auch die Katzen haben gelernt, ihre Grenzen klarer zu zeigen
Mittlerweile wissen Nala und Filou ziemlich genau, wo sie sich in Sicherheit bringen können: Sessellehne, Tisch – ja, die Katzen dürfen jetzt auch auf den Tisch, wenn er ihnen Schutz bietet –, Fensterbänke, hohe Musikboxen oder der Kratzbaum.
Und sie wehren sich inzwischen auch ganz selbstbewusst.
Sogar Nala, die eigentlich eher die Zurückhaltende ist und sich normalerweise lieber verkriecht als auszuteilen, setzt Honey mittlerweile klare Grenzen.
Filou ist da von Natur aus etwas dramatischer.
Wenn wir mit Honey nach Hause kommen und uns in der Tür zwischen Hauswirtschaftsraum und Küche begegnen und Filou zufällig dort steht, bewegt sie sich manchmal keinen Zentimeter vom Fleck. Honey wird angefaucht und gelegentlich auch gehauen.
Mittlerweile macht Honey in solchen Situationen oft einen großen Bogen um Filou – sofern sie nicht gerade beschlossen hat, dass sie unbedingt mit ihr spielen will.
Nala sucht inzwischen sogar vorsichtig Kontakt
Bei Nala können wir mittlerweile immer wieder echte Annäherungsversuche beobachten.
Gerade in den letzten Tagen ist sie beispielsweise zu Honey gegangen, während Honey ganz lieb in ihrem Körbchen lag und geschlafen hat. Nala kam näher, schaute nach ihr und schnüffelte vorsichtig.
Das sind keine spektakulären Szenen. Aber genau solche kleinen Momente zeigen uns, wie sehr sich die Situation verändert hat.

Ich könnte mir tatsächlich vorstellen, dass Honey und Nala irgendwann einmal gemeinsam in einem Körbchen liegen. Nala liebt Nähe und Wärme. Und Honey liebt – glaube ich zumindest – unsere Katzen ziemlich sehr.
Ob Nala diese Liebe irgendwann vollständig erwidert, wird sich zeigen.
Und Filou? Die überrascht uns auf ihre eigene Art
Bei Filou hatte ich eigentlich damit gerechnet, dass wir sie nach Honeys Einzug kaum noch sehen würden.
Sie war schon vorher sehr viel oben, hat sich irgendwo verkrochen und eingekuschelt. In den ersten Tagen war das tatsächlich noch stärker der Fall. Teilweise haben wir Filou hauptsächlich zum Fressen gesehen.
Mittlerweile hat sich das aber total gelegt.
Sie hält sich inzwischen sogar wesentlich mehr unten bei uns auf als vor Honeys Einzug. Meistens liegt sie irgendwo im Wohnbereich eingekuschelt.
Das hat mich wirklich überrascht. Ich hatte eher erwartet, dass sie sich mit dem neuen Hund erst recht dauerhaft nach oben zurückzieht.
Gemeinsames Füttern funktioniert ebenfalls
Unsere Katzen haben jeweils einen eigenen Futterautomaten. Uns war wichtig, dass sie ihre kleineren Portionen über den Tag auch dann zu ihren gewohnten Zeiten bekommen, wenn wir einmal nicht zuhause sind.
Die Automaten stehen bei uns im Wohn- und Esszimmer und machen natürlich ordentlich Geräusche, wenn das Futter ausgegeben wird.
Honey hat relativ schnell gemerkt, dass das nicht für sie ist. Anfangs hat sie sich teilweise einfach hingelegt und das Ganze beobachtet.
Mittlerweile würde sie durchaus gerne überprüfen, ob Katzenfutter vielleicht doch auch für Hunde gedacht sein könnte.
Dann achten wir darauf, dass sie nicht aufdringlich wird, halten sie auf Abstand oder lenken sie mit einer eigenen Knabberstange oder etwas Futter ab.
In entspannten Situationen können die drei mittlerweile ganz selbstverständlich aneinander vorbeigehen oder im selben Raum zur Ruhe kommen.
Wenn Honey spielen will, versuchen wir umzulenken
Wenn Honey in Spiellaune ist oder Langeweile hat und die Katzen besonders spannend werden, versuchen wir stattdessen selbst mit ihr zu spielen.
Denn sie soll lernen, dass Spielen allein mit ihrem Spielzeug oder gemeinsam mit uns Menschen viel spannender und attraktiver ist als das Spielen mit den Katzen.
Auch Kong oder Schleckmatte kommen bei uns in ruhigen Beschäftigungssituationen immer wieder zum Einsatz. Unsere Erfahrungen mit diesen Dingen sammeln wir auf der Seite Ausstattung & Beschäftigung.
Rückschritte gehören bei uns genauso dazu wie Fortschritte
Interessanterweise waren die ersten Tage fast einfacher als die Wochen danach.
Honey war neu, vorsichtig und interessierte sich kaum für die Katzen. Dann wurde sie sicherer – und plötzlich waren Nala und Filou doch ziemlich interessante Spielkameraden.
Deshalb würde ich unsere Entwicklung nicht als gerade Linie beschreiben.
Manche Tage funktionieren richtig gut. An anderen Tagen müssen wir gefühlt zehnmal daran erinnern, dass die Katzen keine beweglichen Hundespielzeuge sind.
Wenn wir aber nicht einzelne Situationen, sondern mehrere Wochen miteinander vergleichen, ist die Entwicklung trotzdem eindeutig positiv.
Heute fühlt sich die Situation viel entspannter an
Wir kennen mittlerweile alle drei Tiere besser. Wir erkennen Körperhaltungen, Stimmungen und Situationen früher und wissen meistens rechtzeitig, wann wir eingreifen sollten und wann wir sie einfach machen lassen können.
Und manchmal passiert inzwischen etwas, das am Anfang noch ziemlich undenkbar gewesen wäre:
Nala liegt auf einem Kissen auf dem Boden und schläft. Honey hüpft um sie herum und bellt sie an.
Und Nala?
Das ist wahrscheinlich die katzentypischste Form von: „Du kannst mich mal.“
Was uns bisher am meisten geholfen hat
Wenn ich heute auf die ersten Monate zurückblicke, waren es gar nicht die besonders komplizierten Dinge.
Unsere besten Helferlein waren bisher:
- eine leichte Hausleine während der ersten Wochen,
- Tür- beziehungsweise Schutzgitter als flexible Trennung,
- erhöhte und hundefreie Rückzugsorte für die Katzen,
- eine feste Futter- und Ruhe-Ecke für Honey,
- und vor allem Zeit, um alle drei besser kennenzulernen.
Aber ich würde daraus keinen allgemeinen Plan ableiten. Das ist schlicht das, was bei uns funktioniert hat.
Was wir heute anders machen würden
Eigentlich erstaunlich wenig.
Gerade auf das Zusammenleben von Honey mit unseren Katzen hatten wir uns vorher besonders viele Gedanken gemacht.
Das Wichtigste war für uns von Anfang an, dass Nala und Filou nicht das Gefühl bekommen:
Sie sollten ihr Leben möglichst so weiterleben können wie vorher. Nala durfte weiterhin bei uns im Bett schlafen. Die Katzen hatten weiterhin ihre Futterplätze. Sie hatten Bereiche, die Honey nicht erreichen konnte. Und natürlich bekamen auch sie weiterhin ihre Aufmerksamkeit.
Dass sie uns die Situation deutlich leichter gemacht haben als erwartet, war wahrscheinlich einfach großes Glück.
Unser Zwischenfazit
Bei uns ist es noch nicht perfekt – aber deutlich besser als am Anfang
Ich schreibe ganz bewusst Zwischenfazit, denn vollständig abgeschlossen ist das Thema bei uns noch lange nicht.
Wir sind vorsichtig optimistisch. Honey findet die Katzen noch immer regelmäßig deutlich spannender, als die Katzen Honey finden. Aber wenn ich vergleiche, wie unsicher wir am Anfang bei jeder kleinen Bewegung waren und wie selbstverständlich viele Situationen heute geworden sind, hat sich unglaublich viel getan.
Vielleicht liegen Honey und Nala irgendwann tatsächlich gemeinsam kuschelnd in einem Körbchen. Vielleicht auch nicht. Und wahrscheinlich ist beides vollkommen in Ordnung.
Was ich aus unserer bisherigen Erfahrung vor allem mitnehme: Nicht jeder kleine Konflikt bedeutet, dass die Zusammenführung scheitert.
Es gibt gute Tage und weniger gute Tage. Fortschritte werden manchmal erst sichtbar, wenn man nicht einzelne Situationen, sondern mehrere Wochen miteinander vergleicht.
Und etwas haben vor allem wir Menschen lernen müssen: entspannter werden.
Am Anfang haben wir jede Bewegung beobachtet und wahrscheinlich innerlich schon eingegriffen, bevor überhaupt irgendetwas passiert war. Heute können wir die Tiere deutlich besser einschätzen – und genau dadurch können auch wir entspannter mit der Situation umgehen.

