Für uns war von Anfang an klar, dass das Bett als nächtlicher Schlafplatz weiterhin unserer Katze Nala gehören soll. Also musste für Honey ein alternativer, super gemütlicher Schlafplatz her – möglichst nah bei uns.
Unsere erste Lösung: eine Box direkt neben dem Bett
Wir hatten überhaupt kein Problem damit, dass Honey bei uns im Schlafzimmer schläft. Im Gegenteil: Wir fanden es für ihre Bindung und ihr Sicherheitsgefühl wichtig, dass sie nachts nicht irgendwo allein in einem anderen Raum liegt.
Also haben wir uns für eine große Transportbox beziehungsweise Stofftasche direkt neben meiner Bettseite entschieden.
Die Box wurde bereits mit einem dünnen Kissen geliefert. Zusätzlich habe ich sie mit einem weiteren Kissen und einer Kuscheldecke gemütlich gemacht. Ein sehr kleiner Teddy und ein kleines Zergelspielzeug für mögliches nächtliches Kauen lagen ebenfalls jede Nacht darin.
Am ersten Abend ging Honey einfach hinein, legte sich hin und schlief.
Nach der langen Fahrt aus Rumänien war das wahrscheinlich kein großes Wunder.
Die erste Nacht war viel ruhiger als erwartet
In dieser ersten Nacht wurde Honey ein paar Mal wach und war etwas unruhig in ihrer Box.
Sie hat aber nicht gejault oder gewinselt. Sie war einfach ein bisschen unruhig.
Dann habe ich den Reißverschluss geöffnet, meinen Arm hineingesteckt und sie anfangs gestreichelt oder meine Hand einfach vor ihre Nase gelegt.
Das habe ich ungefähr eine Woche lang gemacht. Irgendwann reichte es schon, die Hand einfach kurz vor das Netz der Box zu halten.
Ich denke, ihr hat allein das Wissen gereicht: Da ist noch jemand.

Die Box und unsere nächtlichen Pipirunden
Ich denke, dass uns die Box insbesondere am Anfang auch bei der Stubenreinheit geholfen hat – zumindest nachts.
Ich hatte gelesen, dass Hunde sehr reinliche Tiere sind und eher selten dorthin pinkeln, wo sie schlafen oder fressen. Bei Honey funktionierte das nachts tatsächlich ziemlich schnell.
In der ersten Nacht waren wir zweimal mit ihr draußen. In der zweiten Nacht nur noch einmal. Dann folgten wenige Nächte mit einem Pipigang – und ziemlich schnell hat sie die Nächte komplett durchgehalten.
Mein Partner ist morgens gegen 6 Uhr mit ihr rausgegangen und hat sie danach wieder zurück in die Box gebracht. Dort hat sie dann teilweise noch bis ungefähr 8:30 Uhr mit mir weitergeschlafen.
Honey verstand sehr schnell: Schlafzimmer + Box = schlafen
Honey hat schnell verstanden, dass geschlafen wird, wenn wir abends ins Schlafzimmer gehen und sie in ihre Box kommt.
Häufig legte sie sich direkt hin und war ruhig.
Als wir sicher waren, dass sie die Box wirklich als Schlafort betrachtet, haben wir sie tagsüber ab und zu mit ins Wohnzimmer genommen. Unser Plan war, dass die Box ortsunabhängig ihr Rückzugsort sein sollte.
Wir haben sie in den ersten zwei Monaten auch häufig mitgenommen – zu unseren Eltern, zu einer Einschulung oder zu einer Geburtstagsfeier im Garten.
Nur: Dort kam Honey in der Box trotzdem nicht wirklich zur Ruhe.
Wenn wir tagsüber merkten, dass sie völlig übermüdet war und allein nicht abschalten konnte, sind wir deshalb oft mit ihr ins Schlafzimmer gegangen und haben sie in die Box geschickt.
In ungefähr 95 Prozent der Fälle war dann tatsächlich sofort Schlafen angesagt.
Wir sind immer bei ihr geblieben, haben am Laptop gearbeitet oder uns am Wochenende einfach selbst ein bisschen ausgeruht.
Und irgendwann durfte sie tagsüber doch ins Bett
Irgendwann haben wir Honey tagsüber auch mal zu uns aufs Bett geholt.
Das Bett war damit kein absolutes Tabu mehr. Nur nachts ist und bleibt es Nalas Bett.
Mittlerweile verbringt Honey ihre Schläfchen sehr gerne im Bett und sucht es sogar selbstständig auf – zum Beispiel wenn mein Partner arbeitet und ich nicht da bin oder im Wohnzimmer am Laptop scheinbar langweilig aussehende Dinge erledige.
Dann wurde das Schlafen plötzlich schwieriger
Zurück zum nächtlichen Schlafen.
Nach einiger Zeit wurden die Abende leider deutlich herausfordernder für uns.
Hier muss ich ein bisschen ausholen: Honey zeigte tagsüber das erste Mal bei einem Kauartikel ressourcenverteidigendes Verhalten. Später kam dieses Verhalten ab und zu auch bei Futter, Kong oder sogar ihrem Erbrochenen vor.
Zu diesem Thema wird es noch einen eigenen ausführlichen Artikel geben – darüber, wie sich dieses Verhalten bei Honey gezeigt hat, was wir dahinter vermuten und was wir gemacht haben, um damit umzugehen.
Kurz gesagt: Dinge, die Honey wichtig waren, die sie als begrenzt betrachtete oder für sich beanspruchte, konnte sie verteidigen.
Und irgendwann betraf das leider auch ihren Schlafplatz.
Die Box konnten wir plötzlich nicht mehr schließen
Die Tür der Box war nachts bis dahin immer geschlossen. Wir wollten nicht, dass Honey nachts durchs Haus läuft und eventuell eine unserer Katzen jagt, während wir schlafen.
Dann kam aber der Punkt, an dem wir die Box nicht mehr schließen konnten.
Sobald wir den Reißverschluss zuziehen wollten, ging Honey in eine verteidigende Haltung. Sie knurrte, bellte, zeigte die Zähne und schoss nach vorne – in diesem Fall gegen das Netz der Boxentür.
Für uns war klar: So kann es nicht weitergehen.
Unsere Lösung war nicht, mit ihr zu schimpfen oder Konsequenzen zu ziehen, die einer Bestrafung nahekommen. Wir haben stattdessen versucht zu hinterfragen, warum sich das Verhalten plötzlich verändert hatte.
Im Nachhinein fiel uns auf, dass diese Phase ziemlich genau mit dem Beginn des Zahnwechsels zusammenfiel.
Wir vermuten bis heute, dass die Schmerzen beziehungsweise das Unwohlsein sie zusätzlich in Alarmbereitschaft versetzt haben. Das kennen wir Menschen ja auch: Geht es uns körperlich nicht gut, sind wir häufig schneller reizbar.
Also haben wir umgedacht und ihren Schlafplatz neu eingerichtet.
Aus Box wird ein ganzer Schlafbereich
Das Kaminschutzgitter, das bei uns im Wohnzimmer ohnehin nie so funktioniert hatte wie ursprünglich geplant, wurde wieder einmal zweckentfremdet.
Wir haben es auseinandergebaut und das Türelement zusammen mit einem weiteren Element zwischen Wand und Bett gestellt.
Seitdem hat Honey den gesamten Bereich neben meiner Bettseite für sich.
Dort steht weiterhin ihre Box – aber sie bleibt jetzt dauerhaft geöffnet. Davor liegt ein dickes, gemütliches Hundekissen und davor gibt es noch einen Bereich mit blankem Fußboden.
Gerade in wärmeren Nächten liegt Honey gerne einfach auf dem kühlen Boden.
Für uns funktioniert diese Lösung bis heute wunderbar.
In ungefähr eineinhalb Monaten ist sie nachts erst einmal aufs Bett gehüpft.

Für uns war wichtig, nicht starr an einer Lösung festzuhalten, nur weil sie am Anfang funktioniert hatte.
Und wenn sich Verhalten plötzlich stark verändert, kann es natürlich auch körperliche Ursachen geben. Im Zweifel würden wir deshalb immer tierärztlichen Rat einholen.
Aus dem Schlafplatz wurde unsere „Heia“
Heute schicken wir Honey mit dem Wort „Heia“ in ihren Schlafbereich.
Wir hätten den Bereich natürlich auch einfach „Decke“ nennen können. Wir wollten für den nächtlichen Schlafplatz aber bewusst einen eigenen Begriff.
Manchmal klappt es inzwischen sogar, ihr noch im Wohnzimmer das Kommando „Heia“ zu geben – und sie läuft von selbst ins Schlafzimmer.
Würden wir im Wohnzimmer „Decke“ sagen, würde sie sich einfach eine ihrer Decken dort aussuchen.
Mit „Heia“ ist für sie dagegen ziemlich eindeutig: Es geht ins Schlafzimmer.
Trotzdem wurden unsere Abende zeitweise richtig anstrengend
Die Abende entwickelten sich irgendwann so, dass Honey gegen 21 Uhr häufig irgendwo im Wohnzimmer lag und schlief, während wir noch gemütlich auf dem Sofa saßen.
Sobald wir dann ins Schlafzimmer wollten – oder teilweise auch nur aufstanden, um etwas zu holen – reagierte Honey wieder mit Knurren, Bellen und Zähnezeigen.
Nach einiger Zeit trat dieses Verhalten nicht nur abends auf.
Auch tagsüber kam es vor, wenn wir uns ihrer Ecke näherten, die Fenster öffneten, das Bett machten oder uns ganz normal im Alltag bewegten. Selbst an der Geschirrspülmaschine kam dieses tiefe, für uns ziemlich böse klingende Bellen zeitweise vor.
Besonders häufig richtete sich dieses Verhalten gegen meinen Partner. Bei mir kam es ebenfalls vor, aber deutlich seltener.
Anfangs dachten wir, es läge einfach an ihrer Müdigkeit. Vielleicht würde sie aus dem Schlaf gerissen, wäre im ersten Moment verwirrt und erschrickt durch die Bewegung um sie herum.
Das passte aber irgendwann nicht mehr, weil sie das Verhalten auch in Wachphasen zeigte.
Wir waren langsam wirklich verzweifelt.
Mir machte dieses Verhalten richtig Angst.
Irgendwann habe ich sogar nur noch gelüftet oder das Bett gemacht, wenn die Zimmertür geschlossen und Honey außerhalb des Raumes war.
Wir bewegten uns ständig aufmerksam und wachsam, immer mit einem Blick auf Honey und ihre Körperhaltung.
Was wir in dieser Phase ausprobiert haben
Unser Hundetrainer empfahl uns, aus solchen Situationen möglichst kein großes Ding zu machen.
Wir sollten nicht besonders stark auf das Knurren reagieren und ihr am besten schon beim Vorbeigehen – also bevor sie knurrte – ein Leckerli zuwerfen.
Das haben wir auch eine Zeit lang gemacht.
Irgendwann hatten wir allerdings das Gefühl, dass Honey die Verknüpfung anders verstanden hatte als von uns geplant.
Für uns wirkte es teilweise nach dem Motto: „Wenn ich jetzt laut und böse belle, bekomme ich ein Leckerchen.“
Als dieses Bellen dann beispielsweise auch an der Geschirrspülmaschine auftauchte, haben wir tagsüber wieder damit aufgehört.
Gleichzeitig schien sich das Verhalten aber auch Stück für Stück „von selbst“ zu reduzieren.
Heute glauben wir, dass der Zahnwechsel eine große Rolle gespielt hat
Mittlerweile sind wir uns ziemlich sicher, dass der Zahnwechsel zumindest mit dieser Phase zusammenhing.
Honey ist inzwischen fast komplett durch mit dem Zahnwechsel und das Verhalten tritt nur noch selten auf – vielleicht an einem Abend pro Woche.
Natürlich können wir rückblickend nicht beweisen, dass der Zahnwechsel die Ursache war. Für uns passt der zeitliche Zusammenhang aber sehr deutlich.
Und mindestens genauso wichtig: Wir können die Situationen heute viel besser einschätzen.
Wir haben ihre Körperhaltung besser lesen gelernt, wissen eher, wann wir ihr Raum geben sollten und sind dadurch selbst viel entspannter geworden.
Am Anfang war diese Phase für uns wirklich belastend. Heute kommt sie nur noch selten vor, wir rechnen aber damit, dass es passieren kann, und können die Situation deshalb wesentlich besser managen.
Unsere Abendroutine heute
Mit der Zeit hat sich bei uns eine ziemlich feste Abendroutine entwickelt.
Nach dem Abendessen spielen wir meistens noch eine Runde mit Honey.
Wenn wir anschließend aufs Sofa gehen und sie noch sehr aufdringlich ist, bekommt sie je nach Situation einen Kauartikel, einen Kong oder darf ein paar Leckerlis erschnüffeln.
Irgendwann findet sie dann meistens von selbst zur Ruhe.
Wenn wir später ins Bett gehen wollen und uns vorher im Bad fertig machen, sprechen wir sie häufig schon an und sagen, dass wir gleich in die Heia gehen.
Bevor es wirklich ins Bett geht, folgt aber noch eine letzte, schnelle Pipirunde im Garten.
Meistens geht Honey direkt auf den Rasen, erledigt ihr Geschäft, dreht sich um und möchte möglichst schnell wieder rein.
Diese letzte Runde machen wir bewusst an der Leine, damit sie gar nicht erst wieder in einen Toben-Modus kommt.
Danach geht es direkt in ihre Heia.
Sobald sie liegt und die Tür des Gitters geschlossen ist, schalten wir das große Licht aus und lassen nur noch die Nachttischleuchten an.
Unser Zwischenfazit zum Schlafen mit Welpe
Der Schlafplatz durfte sich mit Honey verändern
Die geschlossene Box direkt neben dem Bett war für unsere ersten Wochen genau richtig. Später funktionierte sie plötzlich nicht mehr – und heute ist aus derselben Ecke ein offener, abgegrenzter Schlafbereich geworden, der für uns viel besser passt.
Für uns hat sich vor allem gezeigt: Honey entwickelt sich weiter. Und damit dürfen sich auch unsere Lösungen weiterentwickeln.
Was am Anfang problemlos funktioniert, muss nicht für immer die richtige Lösung sein.
Und nur weil etwas heute schwierig ist, heißt das nicht, dass es so bleiben muss.
Bei uns haben Zeit, Beobachten, Umdenken und eine feste Abendroutine sehr viel verändert.
Ganz abgeschlossen ist das Thema wahrscheinlich trotzdem noch nicht. Honey ist noch jung – und wenn uns die letzten Monate eines gezeigt haben, dann, dass sie jederzeit eine neue Idee für unseren Alltag haben kann.

