Ich kannte den Futterdummy noch aus der Hundeschule, die meine Eltern vor etwa sechs Jahren mit ihrem Hund besucht hatten. Deshalb habe ich bei einer unserer ersten Hundebestellungen direkt einen mitbestellt – für später. Und dann lag er da. Originalverpackt.
Bis TikTok mich an den Futterdummy erinnert hat
Vor kurzem habe ich zufällig ein Video zum Thema Futterdummy auf TikTok gesehen und mich plötzlich an unseren bereits gekauften Dummy erinnert.
Da dachte ich mir: Jetzt ist es Zeit, damit zu üben.
Mein Ziel war dabei gar nicht in erster Linie, Honey damit das Apportieren beizubringen. Das konnte sie nämlich schon.
Honey konnte Apportieren schon von ihren Spielzeugen
Beim Apportieren haben wir mit Honey wirklich Glück.
Sie hat ihre Spielzeuge von Anfang an häufig von selbst wieder in unsere Richtung gebracht, ohne dass wir das Zurückbringen groß zeigen oder üben mussten.
Das „Aus“ haben wir dagegen bewusst geübt – in der Hundeschule und natürlich auch im Alltag.
Darauf konnten wir beim Futterdummy aufbauen.
Ich wollte den Dummy verstecken, Honey suchen lassen, sie bringt ihn zurück, gibt ihn wieder ab – und bekommt anschließend ihre gefundene Beute daraus.
Gerade für Wintertage, Regenwetter, Tage mit weniger Zeit für große Gassirunden oder auch für die nächsten richtig heißen Sommertage finde ich solche Suchspiele praktisch. Für uns ist das eine schöne Möglichkeit, Honey auch über den Kopf zu beschäftigen.
Erstmal musste das Ding natürlich richtig interessant werden
Für den ersten Kontakt habe ich zwei von Honeys absoluten Lieblingsleckerlis in den Dummy gelegt.
Eigentlich sind das Hähnchen- beziehungsweise Entenstreifen, die ich in kleine Stückchen schneide.
Ich habe ihr den Dummy übergeben, sie daran schnüffeln und auch darauf herumkauen lassen.
Ich habe sie also erstmal ein bisschen „heiß“ auf dieses Ding gemacht und etwas Frust aufgebaut, weil sie von allein nicht an die Leckerlis kam.
Als ich dann „Aus“ sagte, ließ Honey sofort los.
Und dann kam der entscheidende Teil: Sie bekam das gute Zeug aus dem Dummy.

Aus „Aus“ wurde bei uns „Danke“
Relativ schnell habe ich beim Futterdummy das klassische „Aus“ durch ein deutliches „Danke“ ersetzt.
Für mich sollte das ein etwas anderes Signal sein:
Ob Honey diesen sprachlichen Unterschied genauso differenziert betrachtet wie ich, weiß ich natürlich nicht.
Aber für uns funktioniert es gut.
Der erste richtige Versuch im Wohnzimmer
Nach dem ersten Kennenlernen habe ich den Dummy zunächst ein kleines Stück durch das Wohnzimmer geworfen.
Honey durfte nicht sofort hinterher. Ich habe sie kurz festgehalten und dann mit einem „Bring“ losgelassen. Das Kommando kannte sie bereits vom Werfen und Zurückbringen ihrer Kuscheltiere.
Das funktionierte ziemlich unkompliziert.
Danach kam aber der Teil, auf den ich eigentlich hinauswollte: Suchen.
Auf die Decke, Dummy verstecken, „Such!“
Ich habe Honey auf ihre Decke geschickt und stand bei den ersten Versuchen noch direkt neben ihr.
Dann bin ich losgegangen und habe den Dummy zunächst sehr leicht und offensichtlich versteckt beziehungsweise einfach abgelegt.
Ich bin zu Honey zurückgegangen und habe sie mit einem „Such“ losgeschickt.
Und dann ging das Geschnüffel los.
Natürlich waren die ersten Verstecke schnell gefunden.



Gefunden – aber warum sollte ich das jetzt wieder abgeben?
Anfangs kam Honey nach dem Finden noch nicht direkt bis zu mir zurück.
Sie blieb kurz vor mir stehen und versuchte erstmal selbst, irgendwie an die Leckerlis zu kommen.
Ich habe sie einen kurzen Moment probieren lassen, bis sie wieder ein bisschen frustriert war.
Dann bin ich auf sie zugegangen, habe nach dem Dummy gegriffen und kurz bevor ich ihn genommen habe wieder „Danke“ gesagt.
Ich habe ihn aber nur so weit von ihr weggenommen, dass ich den Reißverschluss vernünftig öffnen und das Leckerli herausholen konnte.
Das bekam sie natürlich direkt.
Nach einigen Wiederholungen hat sie ziemlich schnell verstanden, dass ich ihr das Ding nicht wegnehme, um es ihr wegzunehmen, sondern um dieses verdammte Ding endlich zu öffnen und ihr ihre gefundene Beute zu geben.
Und dadurch kam sie nach dem Suchen auch immer näher zu mir zurück.


Dann wurden die Verstecke schwieriger
Den Schwierigkeitsgrad habe ich nach und nach erhöht.
Das Ganze haben wir mehrfach in ungefähr fünfminütigen Übungseinheiten gemacht.
Später im Garten, als ich gemerkt habe, wie gut es klappt und wie viel Spaß Honey daran hat, haben wir auch gerne mal ungefähr zehn Minuten gespielt.
Im Garten musste ich mir Täuschungsmanöver ausdenken
Auch draußen hat das Versteckspielen super geklappt.
Honey beobachtet allerdings ziemlich genau, wo ich langlaufe.
Also musste ich anfangen, kleine Täuschungsmanöver einzubauen.
Ich bücke mich beispielsweise an einer Stelle und tue so, als hätte ich dort den Dummy abgelegt. Dann gehe ich weiter und verstecke ihn erst an einer anderen Stelle.
Wenn ich wieder bei Honey bin, gebe ich die Suche mit einem „Such“ frei – und los geht das Geschnüffel.
Manchmal fällt sie nicht einmal auf meine Täuschungsversuche herein.
Warum mir dieses Spiel so gut gefällt
Ich merke beim Futterdummy sehr deutlich, dass nicht nur Honey Spaß daran hat.
Ich habe genauso viel Spaß.
Und genau das ist für mich ein wichtiger Teil beim Thema Bindung: gemeinsam etwas machen, worauf beide richtig Lust haben.
Ich bin dabei ganz die stolze Hundemutti und immer wieder erstaunt, wie gut sich auch so ein junger Hund konzentrieren kann, wenn man die richtigen, spaßigen und motivierenden Dinge gefunden hat.
Honey übt und trainiert sowieso wahnsinnig gern mit uns und ist dabei oft total im Fokus.
Beim Futterdummy könnte das natürlich rein zufällig auch damit zusammenhängen, dass darin das richtig gute Zeug steckt.
Für uns ist es Spiel und Training gleichzeitig
Was ich am Futterdummy besonders mag: In einem einzigen Spiel stecken bei uns mittlerweile mehrere Dinge.
Honey wartet auf ihrer Decke. Sie wartet, während ich weggehe. Dann kommt die Freigabe mit „Such“. Sie sucht. Sie bringt den Dummy zurück. Und mit „Danke“ gibt sie ihn mir.
Wir haben diese Dinge nicht alle mit dem Futterdummy neu gelernt.
Aber wir können sie damit spielerisch miteinander verbinden.
Und deshalb fühlt es sich für mich auch weniger nach „So, jetzt machen wir Training“ an.
Es ist einfach ein gemeinsames Spiel.
Was, wenn der Hund nicht direkt zurückbringt?
Bei Honey hatten wir mit dem Apportieren wirklich Glück.
Bei einem nächsten Hund würde das vielleicht überhaupt nicht so funktionieren.
Wenn das Zurückbringen oder Abgeben noch nicht klappt, würde ich persönlich erstmal mit sehr kurzen Einheiten beginnen.
Nicht zu viel Druck auf mich – und vor allem nicht auf den Hund.
Beim Abgeben würde ich wahrscheinlich zunächst immer ein Tauschleckerli bereithalten.
Gleichzeitig finde ich beim Futterdummy gerade das Prinzip schön, dass der Hund irgendwann versteht: Ich habe diese tolle Beute gefunden – aber alleine komme ich nicht ran. Mein Mensch hilft mir dabei.
Bei Honey ging dieser Lernprozess erstaunlich schnell.
Vielleicht haben wir den Grundstein schon viel früher gelegt
Wenn ich darüber nachdenke, hat uns wahrscheinlich etwas geholfen, das wir schon lange vor dem Futterdummy gemacht haben.
Wenn Honey beim Spielen ein Kuscheltier zurückgebracht hat, habe ich mich richtig darüber gefreut.
Nicht einfach kommentarlos nehmen, sondern Freude zeigen, verbal loben und ihr deutlich machen: Das war richtig gut!
Nach dem Aus-Signal habe ich ihr das Kuscheltier meistens direkt wieder zum Spielen oder Zergeln freigegeben.
Mir war wichtig, dass sie nicht lernt: Wenn ich meinem Menschen mein Spielzeug bringe, nimmt er es mir weg und der Spaß ist vorbei.
Sondern eher: Wenn ich es zurückbringe, geht unser gemeinsames Spiel weiter.
Ob genau das der Grund dafür ist, dass sie heute so gerne apportiert, kann ich natürlich nicht wissen.
Aber für uns hat sich dieser Umgang auf jeden Fall richtig angefühlt.
Unser bisheriges Fazit zum Futterdummy
Monatelang originalverpackt – heute eines unserer liebsten gemeinsamen Suchspiele
Für uns verbindet der Futterdummy Suchen, Apportieren, Warten, Konzentration und Belohnung. Vor allem aber macht uns das Spiel beiden richtig Spaß.
Natürlich freue ich mich, wenn Honey wartet, sucht, den Dummy findet und ihn mir anschließend brav mit „Danke“ übergibt.
Aber noch mehr freue ich mich darüber, wie motiviert sie dabei ist und wie viel Spaß wir beide an diesem kleinen Spiel haben.
Denn Bindung entsteht für mich nicht nur beim Kuscheln.
Manchmal entsteht sie auch dann, wenn man im Garten steht, versucht einen Futterdummy besonders raffiniert zu verstecken – und sein sechs Monate alter Hund den vermeintlich genialen Plan innerhalb weniger Sekunden durchschaut.
Und man trotzdem wahnsinnig stolz ist.

